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Brandschutzverkleidungen

Im Brandfall können schon binnen kurzer Zeit sehr hohe Temperaturen erreicht werden. Auch nicht brennbare Bauteile können deshalb durch ein Feuer in Mitleidenschaft gezogen werden. Stahlbauteile wie Träger und Stützen verändern schon ab Temperaturen von etwa 500 °C in wenigen Minuten ihre Eigenschaften. Sie können sich verformen und verlieren ihre Festigkeit. Dadurch kann die Statik von Gebäuden so sehr geschwächt werden, dass es zum Einsturz kommt. Tragende Stahlbauteile müssen deshalb besonders geschützt werden.

Auch Holzkonstruktionen müssen gegebenenfalls zusätzlich geschützt werden, um die Feuerwiderstandklasse zu erhöhen und so ein abrennen zu verzögern. Die verschiedenen Feuerwiderstandklassen sind anhand der Feuerwiderstandsdauer bestimmt.

 

Feuerwiderstandsklasse Feuerwiderstandsdauer in Minuten
F 30 ≥ 30 (feuerhemmend)
F 60 ≥ 60 (hochfeuerhemmend)
F 90 ≥ 90 (feuerbeständig)
F 120 ≥ 120

Brandschutzverkleidungen für Stahlbauteile

Um die erforderliche Bekleidungsdicke für ein Stahlprofil zu ermitteln, die notwendig ist, um eine bestimmte Feuerwiderstandklasse zu erreichen, wird das sogenannte U/A-Verhältnis nach DIN 4102 herangezogen. Das Verhältnis des Umfangs eines Stahlbauprofils wird hier mit der Querschnittsfläche ins Verhältnis gesetzt. Grundsätzlich gilt dabei, dass Profile mit dem gleichen Umfang eine stärkere Bekleidungsdicke erfordern, je geringer die Querschnittsfläche ist.

Für Brandschutzverkleidungen von Stahlbauelementen werden in der Regel Brandschutzplatten verwendet. Alternativ können Stahlbauteile auch mit einer Brandschutzbeschichtung versehen werden, wenn die Bauteile aus architektonischen oder ästhetischen Gründen sichtbar bleiben sollen.

Brandschutzverkleidungen für Holzstrukturen

Im Gegensatz zu Stahl ist Holz zwar brennbar, verhält sich aber bei Einfluss von Hitze anders: Auf Grund seiner geringeren Wärmeleitfähigkeit verändert Holz seine Eigenschaften bei Hitzeeinwirkung weniger stark als Stahl und bleibt dadurch verhältnismäßig lange stabil. Allerdings ist Holz entflammbar, weshalb auch hier der Einsturz des Gebäudes droht, wenn tragende Balken oder Stützen durch Feuer beschädigt werden. Auch bei tragenden Bauteilen aus Holz ist es deshalb geboten, die Feuerwiderstandsdauer durch eine entsprechende Erhöhung der Feuerwiderstandsklasse anzuheben.

Für die Brandschutzverkleidung von Holzbauteilen werden ebenfalls Brandschutzplatten verwendet. Zu den Erfordernissen der Brandschutzverkleidungen von Stahl- und Holzbauteilen sowie zu den verschiedenen geeigneten Maßnahmen beraten wird Sie gerne individuell.